Neue Verordnung zur Arbeitszeiterfassung

Am 1. Januar 2016 trat die Anpassung des Arbeitsgesetzes, welche am 4. November des vergangenen Jahres vom Bundesrat festgelegt wurde, in Kraft. Die Revision beinhaltet zwei neue Ausnahmen zur systematischen Arbeitszeiterfassungspflicht. Mit Hilfe der neuen Bestimmung (Artikel 73a und 73b der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz - ArGV 1) ist es nun möglich, unter klar definierten Bestimmungen Abweichungen zur detaillierten Arbeitszeiterfassung zu vereinbaren. Dies führt zu einer administrativen Entlastung der Unternehmen, ebenso wird der Vollzug des Arbeitsgesetzes im Interesse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gestärkt und die Rechtssicherheit wieder hergestellt.

Die berufliche Tätigkeit hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt, so weist die Arbeitswelt heutzutage meist örtliche und zeitliche Flexibilität auf. Das Arbeitsgesetz hingegen schreibt eine lückenlose und detaillierte Erfassung der geleisteten Arbeitszeit vor. Um die Rechtssicherheit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wieder herzustellen und die Unternehmen administrativ zu entlasten, wurde die Verordnung entsprechend angepasst.

Die Verordnung sieht zwei Varianten vor, wobei die erste einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) voraussetzt, die zweite hingegen nicht. Der Artikel 73a ArGV 1 sieht vor, gänzlich von der Erfassung der Arbeitszeit abzusehen. Voraussetzung dazu ist der Gesamtarbeitsvertrag sowie die schriftliche Zustimmung des Arbeitnehmers. Diese Bestimmung richtet sich ausschliesslich an Arbeitnehmer mit einem Bruttojahreseinkommen (inkl. Boni etc.) von mehr als CHF 120’000. —, welche bei ihrer Arbeit über eine grosse Gestaltungs- und Zeitautonomie verfügen.

Für Arbeitnehmer mit einer namhaften Arbeitsautonomie wird mit Artikel 73b ArGV 1 die Möglichkeit einer stark vereinfachten Arbeitszeiterfassung eingeführt. Somit darf auch lediglich die Gesamtarbeitsdauer der täglichen Arbeitszeit dokumentiert werden. Ausnahme hierbei ist die Sonntags- und Nachtarbeit, welche weiterhin mit Beginn und Ende des Arbeitseinsatzes festzuhalten ist. Hierzu benötigt es keinen GAV, sondern nur eine kollektive Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und der externen oder internen Arbeitnehmervertretung. Besteht keine solche Arbeitnehmervertretung, bedarf es der Zustimmung der Mehrheit der Arbeitnehmer eines Betriebes, um diese Modalität einzuführen. In Betrieben mit weniger als 50 Angestellten kann die vereinfachte Arbeitszeiterfassung auch auf der Grundlage einer individuellen Vereinbarung mit dem jeweiligen Arbeitnehmer eingeführt werden.

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